Schnitzen – Geschichte und Grundlagen
In vergangenen Jahrhunderten wurden in holzreichen Gebieten zahlreiche Werkzeuge und Haushaltsgegenstände aus Holz geschnitzt. Die darin erfahrenen Handwerker waren mit der Holzverarbeitung sehr gut vertraut und stellten Gebrauchsgegenstände oft auch durch Initialen oder Muster personalisiert her. Viele von ihnen waren mit dem Schnitzen vertraut und stellten auch Krippen, Figuren und Skulpturen her.
Das Holzschnitzen lässt sich in mehrere Bereiche unterteilen: Holzschnitt (flache Bilder meist zum Drucken), Kerbschnitzen, Reliefschnitzen, Ornamente, Figurenschnitzen und heute auch das Kettensägenschnitzen.
Werkzeug
Zum Holzschnitzen benötigt man scharfe Schnitzmesser aus gut gehärtetem Stahl. Zu sehr gehärteter Stahl bricht bei Schlägen leichter, zu weicher Stahl verliert seine Schärfe zu schnell. Neben deutschen, österreichischen und schweizer Herstellern gibt es auch britische und japanische Schnitzmesser — in sehr vielen Formen und Sets.
Nach mehr oder weniger langer Benutzung müssen Schnitzmesser wieder geschärft werden — per Hand mit Schleifsteinen oder mit Schleifgeräten. Dabei ist darauf zu achten, dass der Stahl nicht ausglüht und damit seine Härte verliert. Zwischendurch können die Messer mit einer Lederabziehscheibe abgezogen werden.
Werkstück fixieren
Bei größeren Arbeiten wird ein Holzhammer bzw. Klüpfel verwendet, um den Kraftaufwand zu verringern. Klüpfel können aus Hartholz, Kunststoff oder Kupfer bestehen — alle sollten dosiert eingesetzt werden, um die Holzgriffe der Schnitzeisen zu schonen.
Um mit beiden Händen arbeiten zu können, müssen Werkstücke fixiert werden. Bei Reliefs werden sie mit einer Papierzwischenlage auf eine Holzplatte aufgeleimt und können so eingespannt werden. Für Figuren kommen Figurenschrauben oder Gelenk-Figurenhalterungen zum Einsatz. Wichtig: Mit Schnitzmessern immer vom Körper weg arbeiten, um Verletzungen zu vermeiden.
→ Schnitztechniken: Kerb-, Relief- und figurales Schnitzen
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