Reliefschnitzen

Ein geschnitztes Relief erkennt man daran, dass es sich vom Hintergrund erhaben abhebt. Beim Reliefschnitzen werden nicht wie beim Kerbschnitzen Kerben in das Holz geschnitten, sondern der Hintergrund eines Motivs wird teilweise oder ganz entfernt. Die Rückseite eines Reliefbildes bleibt ungeschnitzt und flach.

Bei einem Reliefbild kann es sich um eine Körper- oder Symboldarstellung handeln — das Motiv bleibt plastisch erhaben. Je nachdem, wie erhaben die Figur oder die Formen sind, handelt es sich um ein Flach-, Halb- oder Hochrelief.

Reliefs können auch als Hohlform in das Werkstück hineingearbeitet werden und zum Beispiel als Guss- oder Modelform dienen. Neben Körpern und Formen werden auch Schriften als Relief dargestellt. Reliefs müssen nicht zwangsläufig geschnitzt sein — sie können auch getrieben, gestanzt, graviert, geschmiedet, geprägt, gepresst oder gefräst werden.

Im Laufe der Zeitgeschichte wurden Reliefs besonders in der hellenischen und römischen Kunst als Verzierungen an Bauwerken eingesetzt, wo sie auch als Fries bezeichnet wurden.

Vom Kerbschnitzen zum Reliefschnitzen

Nachdem man den Umgang mit dem Kerbschnitzmesser geübt und sich mit den Eigenschaften des Holzes vertraut gemacht hat, benötigt man zum Schnitzen von Reliefmotiven weiteres Werkzeug: Hohleisen, Stechbeitel und V-Eisen in verschiedenen Größen. Mit etwas Glück findet man Schnitzeisen gebraucht auf Flohmärkten oder Online-Auktionsplattformen.

Zuerst werden die Umrisse herausgearbeitet, indem der Hintergrund immer weiter entfernt wird. Die nun erhabenen Flächen werden so lange bearbeitet, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Hier gilt: Übung macht den Meister — und selbst Meister lernen immer dazu.

Über die Weiterentwicklung der Kerbschnitz-Motive in Flecht- und Knotenornamente ergeben sich auch neue Formen, denen keine eigene Sinnhaftigkeit zugrunde liegen muss. Den gestalterischen Fähigkeiten des Einzelnen sind keine Grenzen gesetzt.

→ Zum Vergleich: Kerbschnitzen und andere Schnitztechniken