Schnitzen

In vergangenen Jahrhunderten wurden in holzreichen Gebieten zahlreiche Werkzeuge und Haushaltsgeräte aus Holz geschnitzt und hergestellt. Die darin vertrauten Handwerker waren daher mit der Holzverarbeitung sehr gut vertraut. Gebrauchsgegenstände wurden oft auch durch Initialen oder Muster personalisiert. Viele dieser Handwerker waren also auch mit dem Schnitzen vertraut und stellten auch Krippen, Figuren und Skulpturen her.
Schnitzer wurden in der Regel als Holzschnitzer und Bildschnitzer als Holzbildhauer bezeichnet. Das Holzschnitzen kann man in mehrere Bereiche unterteilen. Es gab den Holzschnitt, der Flachbilder meist zum Drucken herstellte, Model für Gussformen, Kerb-, Relief-, Ornamente, Figuren und heute auch noch das Kettensägenschnitzen. So manche dieser Techniken wurden und werden an anderen Materialien angewendet.
Mittlerweile werden heute Figuren und Skulpturen mit Kopierfräsen vorgefräst und entweder so vertrieben oder von Berufsschnitzern fertiggestellt und verkauft. Aufgrund eines selbst auferlegten Kostendrucks werden so viele gleiche Rohfiguren hergestellt und als handgeschnitzt verkauft. Je nach Ausfräsung ist der Fertigsteller mehr oder weniger mit der Vollendung beschäftigt. So manche dieser Werke werden noch bemalt und in Touristengebieten an Liebhaber von Steinschnitzkunst verkauft.
Das Modelschnitzen hat so seine Tücken, weil der Schnitzer gegenteilig von Erhabenem arbeiten muss. Alles was nach dem Guss zu sehen sein soll, muss also vom Holz entfernt werden. Was rechts zu sehen sein soll, muss spiegelverkehrt auf der linken Seite entfernt werden. Hierzu ist eine besondere Technik, viel Können und große Sorgfalt notwendig.
Zum Holzschnitzen benötigt man scharfe Schnitzmesser aus gut gehärtetem Stahl. Zu sehr gehärteter Stahl bricht bei Schlägen einfacher als weicherer Stahl. Zu weicher Stahl verliert jedoch seine Schärfe zu schnell. Neben deutschen, österreichischen und Schweizer Schnitzmesserherstellern finden wir hier auch britische und japanische Schnitzmesser.
Nach mehr oder weniger langer Benutzung müssen Schnitzmesser wieder geschärft werden. Dies kann entweder per Hand mit Schleifsteinen bzw. sehr feinem Schleifpapier oder mit Hilfe von Schleifgeräten geschehen. Zwischendurch können die Schnitzmesser mit einer Leder-Abziehscheibe, einem Abziehleder oder einer Schwabbelscheibe abgezogen werden.
Bei größeren Arbeiten wird ein Holzhammer bzw. Klüpfel verwendet, um den Kraftaufwand zu verringern. Um mit beiden Händen arbeiten zu können, müssen Werkstücke fixiert werden. Bei Reliefs werden die Werkstücke mit einer Papierzwischenlage auf eine Holzplatte aufgeleimt und können so in eine Werkbank eingespannt werden. Wichtig ist, mit Schnitzmessern aller Art immer vom Körper weg zu arbeiten, um Verletzungen zu vermeiden.
Die Schnitztechniken im Überblick
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